Jahreskörner

Das Jahr erscheint nun neu vor uns, 

die ersten Tage sind gelebt. 

Tat erste Botschaften schon kund. 

Viel Unbekanntes sich auch regt.
 

So lasst uns im Vertrauen schreiten, 

doch Schritt um Schritt nach vorn. 

Erkunden neue Lebensseiten 

und finden manches Korn.
 

Das auf dem Wege dieses Jahres, 

sich manchmal zart verstecken mag. 

Doch jedes Körnchen eines Tages, 

welches wir finden, macht uns stark. 

Birgt viel vom Schönen und vom Weisen, 

welches uns nährt auch dieses Jahr. 

Begleitet uns auf vielen Reisen, 

durchs Leben wahrlich wunderbar.
 

Lasst uns nun gehen und nicht stehen, 

mit Mut und Zuversicht. 

Wir alle werden Körner sehen, 

die Lächeln zeichnen im Gesicht. 

> Jens Zurmühlen <

Der Weihnachtswichtel

Urplötzlich war er im Garten und ... hatte etwas zu sagen.

Klärung

Im Leben der Mensch doch häufig nicht spricht,

mit seinen Mitmenschen, nicht schaut ins Gesicht.

Ist traurig, oft wütend und hält seinen Mund.

Das Unausgesprochene bleibt in seinem Schlund.

 

Und kommt dieser Tag, der „Eine“ dann geht,

weiß Mensch sehr genau, nun ist es zu spät.

Doch viel lässt sich wandeln, wenn Mensch es erkennt,

dass er sich verletzt, wenn er sich verrennt.

Und notwendiges in seinem Halse vergräbt,

kommt seine Erkenntnis, es ist nicht zu spät.

 

Im Leben zu reden und Dinge zu klären,

wenn alle sich liebevoll nicht davor wehren.

 

Dann wächst das Verstehen, von vielerlei Themen

und niemand muss sich vor dem Anderen schämen.

 

Am Ende schafft Klärung den Frieden auf Erden.

Zu Lebenszeiten, nicht dann, wenn wir sterben.

> Jens Zurmühlen <

Ohne Heim

In diesen Zeiten des weltumspannenden Wandels in allen Gesellschaftsschichten und im eigenen Leben hat jeder mit seinen individuellen Herausforderungen zu tun. Da fällt es oft nicht leicht den Blick hinzuwenden zu Menschen, die oft schon seit Jahren am sogenannten „Gesellschaftsrand“ leben. Menschen, die jetzt wieder zunehmend in den Fußgängerzonen der Städte zu sehen sind.  Manche von ihnen erscheinen aufdringlich, sehr viele aber sitzen nur still dort auf dem Straßenpflaster, unter den Brücken, in den Grünanlagen der Stadtparks. Nur ein paar Minuten Zeit der Hinwendung, des kurzen Gespräches reicht oft, um Teile ihrer Lebensgeschichte zu erfahren. Ich möchte – gerade in diesen für alle anstrengenden Zeiten – auch auf diese Menschen, die ebenso unsere „Brüder und Schwester“ in der  Menschheitsfamilie sind, hinweisen. Vergessen wir sie nicht und … helfen wir auch all denjenigen, die jeden Tag ihres Daseins auf der Suche nach Nahrung und einem sicheren Platz der Nachtruhe sind, wo sie sich ein wenig ausruhen können von ihrer anstrengenden Reise. Ein paar „Taler“ für sie, der Kauf einer warmen Mahlzeit und ganz sicher die Hinwendung zu ihnen und das Gespräch, sind Gesten des menschlichen Miteinanders und der Hilfe. Mehr und mehr wird es darauf ankommen, uns wieder als Menschheitsfamilie zu betrachten und wahrzunehmen und … zu helfen, wo und wie immer wir dazu in der Lage sind. 

https://youtu.be/D8yGHHDHlao


Jens Zurmühlen 

Züge

Auf hoher Brücke stehend,

blick ich aufs Schienennetz vor mir.

Gedanken in mir wehend,

über uns Menschen und das „Wir".

Wo ist das „Wir" geblieben?

In unsrer heut’ gen Zeit?

Wo Nähe wird vermieden,

Distanz die Menschheit treibt?

Mich lehrt der Zug auf Gleisen,

der zu dem Bahnhof fährt,

dass jede Seel’ auf Reisen,

ihr eignes Leben klärt.

So ist's nicht recht zu meinen,

der andre Weg ist irr.

Am End’ ist jede Zugfahrt,

doch Ausdruck jenes „Wir".

Mag der Verstand uns noch so trennen,

und in die Blindheit lässt verrennen.

So treffen wir uns all dort wieder,

wo jeder Zug sein End’ erreicht,

vergehen alle Menschen Glieder,

die Seel' geht ein in Gottes Reich.

> Jens Zurmühlen <

Lebensspuren

Wenn du dich einmal umdrehst und auf die bisherigen Fußabdrücke deines Weges blickst, so wirst du entdecken, dass sie manchmal so klar und kraftvoll in den Sand des Lebens gedrückt wurden und dich in Erstaunen versetzen über deine Kraft. 

 

Und gleichwohl erkennst Du Fußspuren, die der Wind und die Wellen sehr zerfurcht haben. 

 

Doch beides sind deine Abdrücke, welche auch nur deinen Weg abzeichnen. Du allein bist ihn gegangen, du allein hast sie in den Sand gedrückt. Sie führten dich ins Jetzt und in das, was jetzt ist. Das macht dich aus. Das bist du und niemand ging wie du diesen Weg. 

 

Es sind deine Wegspuren, die auf ewig im Sand des Lebens verbleiben. 

 

Alle waren wichtig, alle waren notwendig, alle sind es wert von dir anerkannt und geliebt zu werden … du Mensch.

> Jens Zurmühlen <

Liebe ist ...

… ein Gefühl, dass uns manchmal urplötzlich einnimmt, uns Menschen wohlig erschauern lässt und jede Faser unseres Körpers berührt. 

 

Liebe kann als sanfter Luftzug in unerwarteten Momenten auftauchen und sich zu einem Sturm der Glückseligkeit entwickeln. 

 

Liebe ist … vielleicht ein Mysterium der Welt, welches wir zu beschreiben versuchen, manchmal nah an ihre Essenz herankommen und oftmals mit Worten kläglich scheitern. 

Denn … sie lässt sich nicht einfangen im Wort allein, sondern will im Herzen wahrgenommen werden.

 

Liebe kann blind machen, sich wie ein sanfter Nebel auf unsere Sinne legen und jegliche Ratio ausschalten. 

 

Sie ist das Instrument der kosmischen Lebensmusik, die zart im Hintergrund alle Geschicke leitet und führt. 

 

Sie erscheint manches Mal kompliziert und ist doch so einfach unkompliziert. 

 

Liebe braucht Freiheit und Fluss. Niemals wird sie sich im Käfig entwickeln können und ihre Schönheit zeigen. 

 

Liebe ist mystisch, laut und leise zugleich, explosiv verändernd und fernab jeglicher Vernunft. 

Liebe ist und bleibt für mich ein Gefühl, was mich füllt und damit „er-füllt” und mir die Kraft gibt, meine Lebensschritte zu gehen denn … 

 

… ich liebe sie, die Liebe. 

Reisender

Ich bin das Blatt im Wind, vertraue der Brise und lasse mich treiben. 

Ich bin der Stamm des Baumes, fest verwurzelt, unfähig mich von der Stelle zu bewegen. 

Ich bin der Wassertropfen im reißenden Strom … 
und zerstöre Gewachsenes am Rande des Ufers.

Ich bin das Licht des Tages und leuchte die dunklen Wege aus, damit sie sichtbar werden. 

Ich bin der tosende Sturmwind und vertreibe die Wolken, die den Himmel verdunkeln. 

Ich bin der Regen der Nacht und sorge für eine frische Morgenluft. 

Ich bin ein Zweifler, ein Denkender, ein unstetig Getriebener, ein Licht und Liebender aus tiefstem Herz. 

Ich bin ... was jeder ist. Ein Reisender in dieser Welt. 

> Jens Zurmühlen <